Soundcloud ist tot – What’s next? - Auflegen mit Erfolg
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Soundcloud ist tot - what's next?

Einst war Soundcloud die Plattform für Produzenten und DJs. Das einfache und schnelle Bereitstellen von Musik war revolutionär, das Einbinden und Verbreiten auf anderen Plattformen auch sehr komfortabel. So wuchs die Community rasch und es entwickelte sich eine florierende Plattform, die für viele Creator zum Sprungbrett für überregionale Erfolge wurde. Die Größe des Profils galt als sichere Reputation für Booker, Labels und andere aus der Szene.


Es war einmal...

Als Vorläufer von Streaming-Diensten war Soundcloud ein vielversprechendes Unternehmen. Das Geschäft lief gut. Der Konsum war kostenlos und Creator mussten für bestimmte Funktionen einen bezahlten Account buchen. So generierten selbst kleine lokale Künstler beachtliche Play-Zahlen und man konnte sich eine ehrliche und nachhaltige Fangemeinde aufbauen.

Den ersten Einbruch erlebte Soundcloud durch Urheberrechtsverletzungen. Viele Künstler, Labels und die GEMA reichten Beschwerden ein und Soundcloud musste handeln. Die Software wurde angepasst und viele DJs mussten ihre Sets und Podcasts löschen. Die betroffenen Mixe wurden stumm und unsichtbar geschaltet und waren somit nutzlos. Außerdem war der Upload von Mixen mit betroffenen Stücken nicht mehr möglich. An dieser Stelle hätte das Vergütungsmodell geändert werden müssen, um Urheber zu beteiligen und so die Verbreitung auf Soundcloud weiter zu ermöglichen.

"Den ersten Einbruch erlebte Soundcloud durch Urheberrechtsverletzungen. Bereits an dieser Stelle hätte das Vergütungsmodell geändert werden müssen, um Urheber zu beteiligen und so die Verbreitung auf Soundcloud weiter zu ermöglichen."


Das führte zwar zu einer großen Verärgerung der Szene, war aber noch kein Todesstoß. Denn Produzenten, die ihre eigene Musik promoten wollten, und DJs, die sich an Musik bedienten, welche keine Urheberrechtsprobleme mit sich brachte, konnten die Plattform weiterhin gut nutzen. Dennoch ist das Kernkonzept von Soundcloud, dass DJs ihre Sets zum Hören bereit stellen. Durch die begrenzte Upload-Kapazität von Free-Accounts und die Länge dieser Sets wurden sie rasch zu zahlenden Mitgliedern umgewandelt.


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Ein schleichende Untergang

Der eigentliche Todesstoß kam langsam und unverhofft. Der Speer im Rücken Soundclouds lautet Streaming. Auch wenn die zahlende Kundschaft bei Soundcloud die Creator sind und diese die Plattform weiterhin in ihrer gewohnten Form für ihre Zwecke nutzen können, ist eine Plattform ohne Konsumenten und private Nutzer nutzlos. Mit dem Aufschwung von Spotify und Co.sind immer mehr Konsumenten auf den Streaming-Zug aufgesprungen. Auch wenn Soundcloud einen anderen Schwerpunkt des Musikkonsums hat, so hat die breite Masse schlicht ihren Musikkonsum verändert.

So wurden früher DJ-Sets genutzt, um seine Lieblingsmusik in den Sets wieder zu finden und diese kostengünstig und einfach zu konsumieren. Durch Streaming ist das noch viel einfacher geworden. Durch Streaming hat man direkt einen Zugang zu einer riesigen Musikdatenbank und kann seine Lieblingsmusik in individuelle Playlists einsortieren. Die privaten Konsumenten wandern also mit der Zeit immer weiter ab und zurück bleiben lediglich die Creator.

Das merkt man ganz stark daran, dass selbst große Kanäle laufend sinkende Abo-Zahlen verzeichnen und die Play-Zahlen in den Keller rutschen. Früher hat ein Repost eines Mixes von einem großen Kanal die Kommentare und Plays in die Höhe schießen lassen. Heutzutage verpufft derartiges im Nichts. Auf die eigene Followerschaft ist leider auch nicht mehr zu bauen. So generieren Kanäle mit über 1000 Abonnenten beim Upload neuer Sets gerade einmal 50 Plays.

"Soundcloud ist zu einer einsamen Insel für Creator geworden. Eine ausgestorbene Geisterstadt, in der Künstler vergeblich versuchen, um ein letztes bisschen Aufmerksamkeit zu buhlen und einem Unternehmen Geld in den Rachen werfen, das längst angezählt am Boden liegt."


Der Newsfeed von Soundcloud ist hoffnungslos überflutet von Repost über Repost und die Konsumenten, die noch da sind, werden schlicht zugemüllt. Neue Abonnements erhältst du lediglich von anderen Creatorn, die für sich Promo machen wollen oder Promokanälen, die dir Follower versprechen und ihr unseriöses Geschäft verbreiten.


Die App

Die App von Soundcloud ist leider auch äußerst benutzerunfreundlich und lädt nicht zum regelmäßigen Konsum ein. Der Dienst ist über die Website am Computer deutlich leichter zu erreichen. Die Entwicklung verläuft jedoch stark in Richtung mobilem Endgerät und so zeigt sich erneut Soundclouds Unverständnis gegenüber neuen Trends. Der Versuch, die Plattform zu einer Streaming-Plattform umzubauen und private Nutzer durch exklusive Inhalte zur Kasse zu bitten, ist längst kläglich gescheitert. Das Angebot der Konkurrenz ist zu übermächtig, die Musik nicht exklusiv genug und die Nutzung zu feudal.


Die einsame Insel Soundcloud...

Das Einbinden der Tracks und Mixe von Soundcloud auf Social-Media-Seiten ist ebenfalls ein Kampf gegen Windmühlen. Die Vorschau des Links in Facebook, um die Musik noch in Facebook zu konsumieren, wurde leider schon vor langem entfernt - sowieso ist Facebook auf einem mindestens so absteigenden Ast wie Soundcloud. Auf Instagram kann man, Werbung mal ausgenommen, nur einen einzigen Link als Hyperlink auf seinem Profil hinterlegen und auch Snapchat bietet keine besseren Möglichkeiten. So nützt einem die größte Community auf Instagram nichts, wenn man diese nicht auf Soundcloud umleiten kann.

Soundcloud ist zu einer einsamen Insel für Creator geworden. Eine ausgestorbene Geisterstadt, in der Künstler vergeblich versuchen, um ein letztes bisschen Aufmerksamkeit zu buhlen und einem Unternehmen Geld in den Rachen werfen, das längst angezählt am Boden liegt. Es bleibt zu hoffen, dass sich in naher Zukunft für DJs die Möglichkeit ergibt, ihre Sets und Mixe bei Streaming-Diensten zu hosten und so unter Umständen sogar an den Einnahmen der Streams beteiligt zu werden. Die Grundlage dafür ist geschaffen. Streaming-Anbieter besitzen, im Vergleich zu Soundcloud, die Rechte der Musik, die dort konsumiert werden kann. So wird es viel leichter sein, diese für DJ-Mixe freizugeben und das Bereitstellen dieser zu erlauben.

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