6 Beispiele für den perfekten DJ-Setaufbau - Auflegen mit Erfolg
dj setaufbau

6 Beispiele für den

perfekten Setaufbau

Als DJ musst du dir Gedanken darüber machen, wie du den Abend musikalisch gestalten möchtest. Womit steige ich ein? Wann kommen die beliebten/aktuellen Tracks? Das alles sind Fragen, die den Setaufbau betreffen. Indem du diesen Aufbau gestaltest und eine Art „Spannungskurve“ entwirfst, prägst du als DJ ganz allein die Stimmung des jeweiligen Abends.


Vorbereitung ist (nicht) alles!

Es ist wichtig, das Set vorher zu planen - doch nimm dir durch eine zu starre Planung auch nicht die Luft für freie Entscheidungen. Es ist wichtig, das ein DJ jederzeit individuell auf die Gegebenheiten vor Ort, insbesondere das Publikum, reagieren kann! Sonst könnte man ja gleich eine Playlist abspielen.

"Es ist wichtig, das ein DJ jederzeit individuell auf die Gegebenheiten vor Ort, insbesondere das Publikum, reagieren kann! Sonst könnte man ja gleich eine Playlist abspielen."

Was du jedoch ohne Weiteres in deine Vorbereitungen einbeziehen kannst, ist eine gewisse Strukturierung deiner Mediathek: Playlisten mit einer groben Vorauswahl an Tracks, Eingliederung neuer Tracks in deine Mediathek und die Markierung derjenigen Tracks, die du auf jeden Fall spielen Möchtest sind Maßnahmen, die dir in der Unruhe deines Gigs Sicherheit verleihen werden und dir trotzdem erlauben, gezielt von deiner Vorauswahl abzuweichen. Hab also, neben deinen Playlisten, immer ein breites Musikangebot dabei, auf das du bei Bedarf zurückgreifen kannst.


Welcher Setaufbau ist der richtige?

Welche Art der Vorbereitung zu bevorzugen ist und welche der folgenden Setaufbauten deine Wahl finden sollte, hängt z.B. von der Art der Veranstaltung und der Uhrzeit deines Gigs ab. Auch deine Play-Time bei der Veranstaltung hat großen Einfluss darauf. Es gibt keinen pauschal richtigen Setaufbau. Den musst du selbst durch lange Erfahrungen individuell für dich finden und vor allem immer wieder neu erfinden. Es gibt aber einige grobe Faktoren, an die du dich halten kannst und die dir einen Art Rahmen vorgeben. Daher haben wir hier 6 Setaufbau-Varianten, an denen du dich orientieren kannst, um dich an den perfekten Setaufbau heranzutasten.


Warm-Up

Als Warm-Up-DJ ist deine Play-Time natürlich nicht der Mittelpunkt des Abends. Das deine Funktion in dieser Rolle dennoch unheimlich wichtig ist, möchten wir hier noch einmal betonen, und gerade am Anfang deiner Karriere sind solche Bookings Goldwert. Trotzdem darf dein Setaufbau natürlich nicht demjenigen des Haupt-Acts während der Peak-Time entsprechen. Damit würdest du dir wohl keine Freunde machen

Starte langsam und drehe die Musik nicht zu laut - das Publikum soll, wie es der Name sagt, „aufgewärmt“ werden und es muss immer noch viel Luft nach oben vorhanden sein, um einen guten Kontrast zum Haupt-Act zu erzeugen. Dieser Unterschied wird am deutlichsten durch Lautstärke und natürlich Musikauswahl. Ein ruhiger Liedcharakter, etwa durch Tracks mit, für dein Genre verhältnismäßig, geringer bmp-Rate erzeugt ein entspanntes Feeling.

Steigerung ist jedoch auch hier nicht zu vernachlässigen; das Publikum soll langsam, aber sicher aufgewärmt, an den Höhepunkt herangeführt werden. Lautstärke und Geschwindigkeit, kurzum die Energie der Tracks, können also kontinuierlich gesteigert werden, ohne dabei etwas vorwegzunehmen.

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DJ Warm-Up-Set

Um dem Publikum zu signalisieren, dass es gleich losgeht, kannst du evtl. auch schon einen ersten Höhepunkt einbauen, aber noch einmal: lass immer noch genug Luft nach oben und klau dem Haupt-Act keine Hits! Am Schluss solltest du dein Set mit einem motivierenden Track beenden, der eine gute Überleitung darstellt.


Peak-Time

Wenn dir nun die Ehre zuteil wird, die Rolle des Haupt-Acts zu bekleiden, sind natürlich andere Tugenden gefragt - du kannst aus dem Vollen schöpfen! Natürlich kannst du das Hoch deiner Musik nicht den ganzen Abend aufrecht erhalten, denn das Publikum, zeigt irgendwann einen Gewöhnungseffekt, sodass das Hoch bald als normales Level erscheint; du gerätst in eine Aufwärtsspirale und schnell an deine Grenzen. Außerdem gehen dir wichtige Tracks, die gezielt gestreut werden sollten, aus und am Ende leidet die Stimmung. Als Faustformel ist zu empfehlen, sich wellenartig an Hochs heranzutasten.

Zunächst wollen wir uns aber mit dem Einstieg beschäftigen. Dieser ist stark vom Genre deiner Musik abhängig: im elektronischen Bereich fängt man gerne ruhig und unscheinbar an und tastet sich langsam voran. Für Hip-Hop-DJs ist es typisch, gleich mit einem wahren Knaller einzusteigen, um die Menge auf seine Seite zu ziehen und auch bei Mixed-Music, kannst du gleich ordentlich Gas geben - es ist ja schließlich Peak-Time.

Insgesamt unterscheiden wir in der Peak-Time zwischen 3 Varianten:


Peak-Time-Variante 1

Variante 1 ist der Klassiker. Man steigt zunächst ruhig ein und arbeitet sich im Laufe des Sets langsam aber sicher zum Höhepunkt vor. Dieser Höhepunkt liegt im letzten Viertel des Sets und kann gut und gerne 20 bis 30 Minuten lang sein. Wie lang du den Höhepunkt gestaltest, ist natürlich auch in Abhängigkeit zur Gesamtlänge deines Sets zu entscheiden.

Dass du am Höhepunkt bist, sollte durch Lautstärke, Geschwindigkeit und Energie der Tracks klar zu erkennen sein. Der Höhepunkt muss bei dieser Variante nicht abflachen. Als Peak-Time-DJ hast du die Möglichkeit, dich mit einem lauten Knall, also auf dem Zenit des Sets zu verabschieden. Du kannst natürlich auch mit einer leichten Absenkung enden, doch solltest du auf keinen Fall auf das Anfangsniveau zurückkehren, denn in diesem Fall würdest du den Cool-Down-DJ seiner Aufgabe berauben. Außerdem bleibt immer das, was man zuletzt wahrgenommen hat, am besten in Erinnerung; verabschiedest du dich mit einem Knall, wird man so auch an dein Set zurückdenken.

Die Variante eins eignet sich insbesondere für Szene-Veranstaltungen die sich auf ein Genre spezialisieren. Bei Mixed-Music-Events, ist zu viel Fluktuation auf dem Dancefloor und das Publikum zu gemischt, sodass niemand die ganze Spannungskurve mitbekommen würde und der Wechsel zwischen verschiedenen Genre einen derartigen Setaufbau praktisch unmöglich macht.

Um diese Spannungs- bzw. Steigerungskurve durchzuhalten und ordentlich aufbauen zu können, bedarf es einer guten Vorbereitung, du solltest also Musik auswählen, die sich zwar erst langsam steigert, aber trotzdem das Publikum bei Laune hält. Das ist eine hohe Kunst, die Stimmung so lange aufrecht zu erhalten. Denn bei zu langweiligen Tracks verliert das Publikum die Lust, bevor du überhaupt erst an deinem Höhepunkt angekommen bist.

DJ-Peak-Time

Peak-Time-Variante 2

Diese Variante ist vor allem für längere Sets geeignet. Sie beinhaltet zwei größere Höhepunkte, die sich jeweils bis zu einer halben Stunde hinziehen können. Man tastet sich lange an die Höhepunkte heran, kostet sie dann aber auch ordentlich aus.

Die unterschiedlichen Phasen sorgen für eine gewisse Fluktuation auf dem Dancefloor; wer nach der musikalischen Hochphase erst einmal etwas trinken, quatschen, sich ausruhen möchte, wird das vermutlich während des Zeitfensters der absteigenden Kurve machen und hat genug Zeit, rechtzeitig während des Anstiegs zurückzukehren.

DJ-Peak-Time-2

Besonders geeignet ist diese Methode auch an Abenden mit wechselndem Publikum, was etwa durch zeitliche Begrenzungen für minderjährige Partygänger hervorgerufen sein kann, aber auch dadurch, dass du bewusst über die Veranstaltung verteilt den Schwerpunkt auf verschiedene Genre legst oder du schlicht Gefallen daran findest, dein Publikum an mehrere Höhepunkte heran zu führen.


Peak-Time-Variante 3

Variante zwei stellt dein Set graphisch als eine Art Zickzack-Linie dar. Höhepunkte und eher ruhige Phasen folgen schnell aufeinander. Im Gegensatz zur ersten Variante braucht der Zuhörer hier also nicht lange auf die nächste energiegeladene Phase zu warten - für einen Gang auf die Toilette oder zur Bar sollte es aber trotzdem reichen. 😉

Eine Phase dauert etwa 4-6 Tracks, was einer Zeit von 10-15 Minuten, je nachdem wie schnell die Übergänge aufeinander folgen, entspricht. Nachdem es also 10-15 Minuten voll abgegangen ist, folgt eine ruhigere Phase, die sich ebenfalls, nur eben viel schneller als in den vorherigen Varianten, steigert. Besonders geeignet ist diese Methode der vergleichsweise schnellen Wechsel insbesondere für Mixed-Music und Hip-Hop.

Dieses Prozedere sorgt für einer höhere Fluktuation auf dem Dancefloor, was bei einer gut besuchten Location kein Problem darstellt. Hat man es jedoch mit einer spärlich besuchten Veranstaltung zu tun, bei der man die Gäste auf dem Dancefloor halten will, ist davon abzusehen. Wichtig ist es, den Cut zwischen Hoch und Tief deutlich zu gestalten und die Leute mit Elan immer wieder zum nächsten Hoch zu treiben. Bekommt man das gut hin, erzeugen die entstehenden ekstatischen Momente einen spannenden Effekt, der sich potenzieren kann und so eine Veranstaltung mit ungeahnter Euphorie kreieren.

DJ-Peak-Time-3

Cool-Down

Das Cool-Down-Set muss nicht langweilig sein! Hoffentlich war der Main-Act so gut, dass die Leute noch Bock haben zu feiern. Sollte sich das Publikum leider bereits gefühlt in Richtung Ausgang bewegen, greift ihr das Energielevel der Peak-Time-DJs auf und beginnt, langsam alles runterzufahren - das heißt: Geschwindigkeit, Lautstärke und Trackauswahl. Auch diejenigen, die noch nicht im Begriff waren zu bleiben, werden dann langsam bemerken, dass sich der Abend seinem Ende zuneigt. So wird das Cool-Down-Set zum umgekehrten Warm-Up-Set und bedarf keiner weiteren Erklärung.

Solltest du aber merken, dass die Leute noch motiviert sind, weiter zu feiern, hast du mehrere Möglichkeiten: zunächst einmal greifst du das Energielevel der Peak-Time auf. Hat der Peak-Time-DJ vor dir recht entspannt geendet und bemerkst du, dass noch Potential in der Menge steckt, hast du sogar die Möglichkeit, noch einmal zu einem kleinen Höhepunkt anzusetzen. Das hängt immer von deiner individuellen Einschätzung der gegenwärtigen Stimmung ab. Ist die Stimmung nach geraumer Zeit dann nicht mehr auf einem so guten Level, spielst du die Musik und damit den Abend langsam runter, bis die Veranstaltung zu Ende geht.

Merkst du nun, dass die Leute trotz dessen immer noch motiviert sind, obwohl du die Veranstaltung leider beenden musst, hast du die Möglichkeit, zunächst einmal ernsthaft dein Set zu beenden, sehr leise und ruhig zu werden, um dann Schlagartig ins „Grande Finale“ zu starten: die letzten 1-3 Tracks sollten in diesem Fall wahre Kracher, verrückte und/oder energiegeladene Tracks sein, die es dir erlauben, dich mit einem Paukenschlag zu verabschieden! Am Ende eines Abends ist vieles egal, Feinheiten interessieren weniger und die Leute werden sich freuen noch einmal auszuflippen - es kann also sogar Musik eines anderen Genres sein, solange diese das Potential hat, noch einmal für ordentlich Stimmung zu sorgen und die Meute ungezwungen in den Feierabend zu verabschieden. Gerade wenn schon das Licht in der Party-Location angeht, kann das nochmal ein lustiger Spaß für alle werden!

DJ-Cool-Down

All-Night-Long

Das All-Night-Long-Set ist eine Kombination aus den vorherigen Beispielen. Es läuft jedoch, insgesamt gesehen, ab wie eine Kurve der Normalverteilung. Der Verlauf des Abends wird also quasi gespiegelt: ein ruhiger Anfang wie beim Warm-Up-Set, eine hohe Peak-Time mit ordentlichem Energielevel und am Ende alles spiegelverkehrt beim Cool-Down. Die Peak-Time kann sich hierbei aus den verschiedenen Varianten zusammensetzen, die wir dir zuvor dargelegt haben.

Abhängig ist das Ganze natürlich von Mehreren Faktoren. Genre, Veranstaltungstyp und Zusammensetzung des Publikums sind nur einige Variablen, die sich auf die Stimmung und die Entwicklung des Abends auswirken. Es ist zu empfehlen, sich grobe Playlisten für die einzelnen Phasen zusammenzustellen. So stellst du sicher, über genügend Tracks für den gesamten Abend zu verfügen, immer den Überblick zu behalten und vermeidest eine einzige, große und unübersichtliche Liste. Spielst du den ganzen Abend, sind die einzelnen Phasen nicht durch die Zeit, zu der du eingesetzt wirst, vorgegeben. Es gilt also, die Phasen selbst zu erkennen und eigenständige Wechsel zu initiieren, denn diese kann man vorher nur grob festlegen; genau ergeben sich diese erst durch die individuelle Entwicklung der jeweiligen Veranstaltung. Merkst du also, dass die Veranstaltung langsam gut besucht ist, die Tanzfläche sich fällt und die Stimmung steigt, wechselst du vom Warm-Up in die Peak-Time und umgekehrt natürlich ins Cool-Down. Dabei solltest du dich mehr an deinem Publikum als an Uhrzeiten richten.

Wenn sich einmal nicht so viel entwickelt und sich der Gig zäh hinzieht, ohne das richtig Stimmung aufkommen mag, dann muss das nicht unbedingt an dir liegen - solche Erfahrungen gehören dazu! Sollte es zu solch einem Abend kommen, fällt die Gesamtkurve flacher aus; es geht dann mehr darum, den Abend so entspannt wie möglich zu bespielen, denn es macht keinen Sinn, eine Peak-Time-Variante zu erzwingen, obwohl die Bedingungen dafür einfach nicht vorhanden sind. Hier ist es dann eher sinnvoll, das Warm-Up und Cool-Down in die Länge zu ziehen und ineinander Übergehen zu lassen, um wenigstens einen entspannteren und stimmigen Verlauf zu kreieren. Wenn es doch an dir liegt, dann gehe kritisch mit dir ins Gericht und analysiere die Schwachpunkte, um das nächste Mal hoffentlich den Gig zu rocken.

DJ-All-Night-Long

Und was ist jetzt der perfekte Setaufbau?

Genau kann man das natürlich nie sagen, denn wie wir gezeigt haben, ist ganz viel von deinem individuellem Gespür abhängig - und natürlich von der Rolle, die du als DJ bei einer bestimmten Veranstaltung bekleiden sollst. Auch ist es unabdingbar, dass du ununterbrochen dein Publikum liest und anhand der Analyse dein Set ständig optimal ausrichtest. Die genannten Beispiele sind jedoch nichtsdestoweniger wichtige Anhalts- und Orientierungspunkte, die dir helfen werden, ein Set zu planen und durchzuführen.

Planung ist alles, aber zu viel ist trotzdem nicht gut - plane dein Set, aber enge dich nicht zu sehr ein. Sinnvoll ist Vorbereitung insbesondere bei der Strukturierung großer Mediatheken, um den Überblick zu behalten und um wichtige Tracks griffbereit zu haben, die zueinander passen und während der Peak-Time gezielt eingesetzt werden können.

Eine Planung, die dir Sicherheit gibt, und ausreichend Freiheit, die es dir erlaubt, individuell zu reagieren, sind ein unschlagbares Paar! Übung und Erfahrung sind hier das A und O. 

Robert Hain

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